Bekämpfung
Vorbeugend können Duftkräuter manche Pflanzen unterstützen. Bohnenkraut soll z. B. Bohnen vor Schildlausbefall schützen und Lavendel schützt Rosen. Auch Niembaumextrakte sollen vorbeugend schützen.
Außerdem ist es hilfreich Nützlinge anzusiedeln, die die Schildläuse effektiv vernichten. Allerdings müssen davor die Ameisen bekämpft werden, da diese "ihre" Schildläuse verteidigen.
An erster Linie muss immer die Ursachenbekämpfung stehen da sonst jede Behandlung nur kurzfristig nutzt. Zimmerpflanzen sollten einen helleren und kühleren Standort bekommen. Eventuell sollte man auch die Blumenerde austauschen.
Australische Marienkäfer ernähren sich z. B. von Woll- und Schmierläusen im Gewächshaus und Wintergarten. Erzwespen, Florfliegen, Gallmücken, Ohrwürmer, Raubwanzen, Schwebfliegen und Schlupfwespen haben ebenfalls verschiedenen Schildlausarten auf ihrem Speiseplan.
Im Gewächshaus und Freiland sollte der Boden gelockert, gemulcht und mit Kompost erfrischt werden. Dünne Triebe die stark befallen sind sollten herausgeschnitten werden. Sie werden am besten verbrannt oder im Restmüll entsorgt.
Bei schwachem Befall reicht es aus, wenn man die befallenen Einzelpflanzen mit Seifenwasser abwischt. Alternativ dazu kann man sie auch mit einem Wasserstrahl abspritzen. Allerdings muss man dabei sehr vorsichtig bei empfindlichen Blättern und Blüten sein. Als Hausmittel wird zudem die Verwendung verschiedener Brühen aus Kartoffel- oder Zwiebelschalen, aber auch aus Rhabarberblättern, Rainfarn, Wermut, Brennnessel oder Knoblauch empfohlen. Alternative Seiten bieten Algenpräparate an.
Rezepte für Hausmittel:
Lösung aus Alkohol und Schmierseife
15g Brennspiritus und 15g Schmierseife werden in 1000 ml Wasser gelöst. 30 Minuten ziehen lassen Die Lösung wird mit einem Pinsel oder einem Wattestäbchen direkt auf die Läuse aufgetragen. Solange täglich wiederholen, bis der Befall verschwunden ist.
Tabaklösung (sehr giftig !!!)
100 g Tabak werden mit 500 ml kochendem Wasser übergossen. Nach einer Stunde kann die Brühe mit einem Pinsel auf die Blattläuse auftragen. Alle 2-3 Tage widerholen. Man muss von dieser Methode dringest abraten, das der Sud nicht nur aggressiv auf die Schleimhäute wirkt, sondern für Kinder und Haustiere, aber auch alte Menschen lebensgefährlich ist.
Farnkrautextrakt (auch geeignet für Obstbäume)
50 g getrocknetes Farnkraut oder 500 g frisches Farnkraut werden mit 5 l Wasser übergossen un einige Tage stehen gelassen. Diese zu verwendende Lösung wird 10-fach verdünnt und auf die betroffenen Bäume oder Sträucher gespritzt. Im wöchentlichen Abstand wiederholen.
Teebaumöl
Das Teebaumöl wird vorsichtig direkt auf die Läuse aufgetragen. Die Pflanzenteile möglichst nicht berühren, da Teebaumöl auf Pflanzen giftig wirken kann.
Alaun (schwefelsaure Tonerde)
500 ml warmes Wasser und 100 g Alaun-Pulver gut miteinander mischen. Der Sud muss vor der Anwendung noch mal mit 4 l Wasser verdünnt werden. Er schädigt sonst die Pflanze erheblich. Die Schildläuse werden dann vorsichtig damit benetzt.
Sud aus Kapuzinerkresse
100 g Kapuzinerkresse werden mit 500 ml Wasser übergossen. Dann kurz aufkochen und 30 Minuten ziehen lassen. Danach mit 1 l Wasser verdünnen und großflächig auf die Pflanzen sprühen.
Zusätzlich zu den oben genannten Behandlungen wird empfohlen mehrere Knoblauchzehen rund um die Pflanze in den Boden zu stecken.
Sehr zeitaufwendig ist der Ratschlag die Läuse über mehrere Wochen zweimal am Tag mit Paraffinöl zu bestreichen. Dabei darf aber kein Öl auf die Pflanze gelangen. Das Öl verklebt nicht nur die Atemöffnungen der Schildläuse, sondern auch die der Pflanzen.
Das Abkratzen oder Abschaben der Läuse ist keine gute Idee. Dabei werden vorhandene Eier und Jungtiere eher verteilt.
Pflanzen sollten nach beendeter Behandlung unbedingt umgetopft werden. Zum einen um die Anreicherung mit möglichen Schadstoffen zu verhindern. Aber es besteht auch die Gefahr das Läuse Eier im Substrat ablegen.
Bei stärkerem Befall und in der Landwirtschaft werden unter Beachtung der Fruchtfolge ölhaltige Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. Unter extremen Umständen kann auch auf das systemische Pflanzenschutzmittel Dimethoat zurückgegriffen werden.